Publikationen: Würdigungen
"Sigi Feigel ... war für mich ein grosser Humanist, ein Mensch mit hoher Sensibilität. Was ich an ihm bewunderte, war seine Zivilcourage. Er hatte stets sehr klare Positionen, aber er verstand es, diese auf eine Art zu vertreten, die vielleicht sogar von denen, die anders dachten, akzeptiert wurde. Sigi Feigel war völlig unbestechlich und kritisierte überall dort, wo er es nötig fand, auch in seinen eigenen Kreisen. Dadurch hatte er eine Glaubwürdigkeit, die ihm - obschon er kein Politiker war - politischen Einfluss verlieh. Eindrücklich war sein Kampf gegen alle Aspekte des Rassismus."
(Alt Bundesrat Kaspar Villiger, in: Tages-Anzeiger, 30.8.2004, S. 11)
"Eine moralische Autorität ohne Amt und Hausmacht"
(Alt Bundesrat Kaspar Villiger, in: NZZ online, 13.9.2004)
In der schwierigen und schmerzlichen Holocaust-Debatte habe Feigel Brücken gebaut. Und zwar nicht von einer diffusen Mitte her, sondern von einer klaren Position aus. Feigels Vorbild werde noch lange wirken. Gerade in unserer heutigen Welt, in einer Zeit, in der die Verunsicherung gross sei, brauche es Menschen wie Sigi Feigel, die klar Stopp riefen. Sigi Feigel habe es aber nie bei Worten bewenden lassen, sondern stets gehandelt.
(Alt Bundesrat Kaspar Villiger in seiner Ansprache an der Gedenkfeier für Sigi Feigel am 12.9.2004, nach: www.news.ch)
"Sigi Feigel war der festen Überzeugung, dass Bildung und Aufklärung die besten Mittel gegen Antisemitismus und Rassismus darstellen. Darum setzte er sich gür gute Lehrmittel nicht nur im jüdischen Unterricht, sondern auch in den öffentlichen Schulen ein. Sein Engagement für die Gesamtgesellschaft ist schweizweit vorbildlich. Als jüdischer Mensch so offen aufzutreten, braucht starken Mut."
(Michel Bollag, ehemaliger Rabbinatsassistent der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ), in: Tages-Anzeiger, 30.8.2004, S. 11)
"Sigi Feigel ist für mich eine wichtige Person, die sich immer um den Dialog bemüht hat. Sein Einsatz für die Rechte der Minderheiten ist beispielhaft. Er hat gegen den Antisemitismus gekämpft und sich gleichzeitig für die muslimische Minderheit in der Schweiz eingesetzt. Die Verständigung war ihm ein wichtiges Anliegen - unabhängig von der Problematik des Nahen Ostens."
(Taner Hatipoglu, Vizepräsident der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich, in: Tages-Anzeiger, 30.8.2004, S. 11)
"Sigi Feigel war ein Fixstern des schweizerischen Judentums - tolerant, dialogfähig und weltoffen. En Kämpfer gegen den Rassismus, ein Vermittler zwischen den Standpunkten, ohne faule Kompromisse einzugehen."
(René Zihlmann, Präsident der römisch-katholischen Zentralkommission des Kantons Zürich, in: Tages-Anzeiger, 30.8.2004, S. 11)
"Er kämpfte gegen den Antisemitismus, mahnte aber auch Israel zur Vernunft. Sigi Feigel engagierte sich ein Leben lang für Gerechtigkeit und Menschlichkeit."
(Blick, 30.8.2004, S. 10)
Mit dem Tod von Sigi Feigel sei eine Stimme verstummt, die weit über die Schweiz hinaus gehört wurde. Sigi Feigel habe die Debatte um die nachrichtenlosen Vermögen von Holocaust-Opfern und die Einführung des Antirassismus-Gesetzes mit überlegtem, kritischem Geist mitgeprägt.
(Bundespräsident Joseph Deiss, in: Neue Luzerner Zeitung, 30.8.2004, S. 44)
Sigi Feigels Tod sei ein grosser Verlust für alle, die sich für Frieden und Toleranz einsetzen.
(Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, in: Neue Luzerner Zeitung, 30.8.2004, S. 44)

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